Dienstag, 29 November 2022

Stolperstein - Arthur Baer

Stolperstein A BaerEine der letzten Stolpersteine Seckenheims zeigt deutlich das Dilemma, das bei allen Stolpersteinen zu sehen ist. Wir erfassen mit diesem Gedenken nur das sichtbar gemachte, dokumentierte Verbrechen des Naziregimes mit seinen unzähligen, meist anonymen Opfern.
Beide Brüder von Arthur Baer (1882 - 1954), Fritz und Julius nehmen sich 1938 in Seckenheim das Leben, aus Verzweiflung nicht mehr als Menschen leben und handeln zu können. Auch sie sind Opfer.

Die Baers entstammen einer der ältesten, in Ilvesheim nachgewiesenen Judenfamilien aus dem frühen 18. Jahrhundert und verlegen ihren Wohnsitz um 1890 nach Seckenheim.
Markus Enzenauer (Marchivum) bezeichnet Baer „als Musterbeispiel für einen assimilierten deutschen Juden“.
Baer heiratet die Protestantin Emma Seitz, gibt seinen israeltischen Glauben auf, zieht für sein Vaterland in den Krieg, begreift sich in seiner Gesinnung als national, rechts konservativ und ist ein angesehener Bürger der Vorortgemeinde.
Die „Rassenlehre“ der Nazis macht davor nicht halt.
A. Baer überlebt Dachau und Theresiensstadt nicht zuletzt Dank der Hilfe seiner angeheirateten „arischen“ Verwandtschaft der Familie Lochbühler.
Am 25. Dezember 1954 verstirbt Baer in Seckenheim. Erst 1957 kann seine Witwe das Entschädigungsverfahren Baer abschliessen.

 


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Presseberichte:


Impressionen der Verlegung:

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