Mittwoch, 22 November 2017

Ursachen der Revolution 1848 und die Folgen für Seckenheim nach 1849

Johann Georg Hörner
Sozialreformer, Bürgermeister und Revolutionär (1785-1873)

Unter diesem Titel haben Benedikt Noe und Dr. Dietmar Schmeiser einen Beitrag in den Mannheimer
Geschichtsblättern 32/2016 veröffentlicht. Er basiert auf einer Staatsexamensarbeit von Herrn Noe.
Der Referent hat dazu nicht nur die Arbeiten von Hansjörg Probst von 1981 in der "Geschichte
eines Kurpfälzer Dorfes" zu Bürgermeister Hörner ausgewertet. Seine weiteren Recherchen im
Stadtarchiv Mannheim und GLA Karlsruhe ergeben einen detaillierten Überblick zur Seckenheimer
Geschichte des Vormärz und der Badischen Revolution.

Herr Noe beschreibt die Ursachen zahlreicher Konflikte dieser Zeitepoche in Seckenheim, er
schildert die Auseinandersetzungen mit der badischen Obrigkeit, setzt diese in den historischen
Kontext und schafft damit ein faszinierendes Bild von Johann Georg Hörner, des ersten
demokratisch gesinnten Bürgermeisters der Gemeinde Seckenheim.


Erwähnung finden dabei auch der Engelwirt Mathias Eder, der vom historischen Förderverein
bereits mit einer Tafel am Gasthaus zum "Güldenen Engel" gewürdigt wurde sowie die national
prominenten Köpfe der Mannheimer 48er wie Hecker, Soiron, Itzstein...

Die Arbeit von Herrn Noe beginnt mit der Frage, was den bekannten Dichter des Liberalismus und
Verfasser unserer Nationalhymne, Hoffmann von Fallersleben dazu brachte, im Jahre 1844
"ausgerechnet dem Bürgermeister des damals noch selbstständigen Ortes Seckenheim ein Lied zu
widmen". Die Antwort ergibt sich aus der Examensarbeit von Herrn Noe.

Im Abschnitt "Beschwerde über Wahlbeeinflussung und die Eingabe und ihre Behandlung in der Zweiten Kammer" seiner Veröffentlichnung, weisst Herr Noe nach, dass die Bestellung der Wahlmänner vom 18.April 1842 manipuliert ist. Gewählt werden die Miglieder der Badischen Zweiten Kammer für den Wahlbezirk 31 (Ämter Schwetzingen und Philippsburg).

Hörner und 12 weitere Wahlmänner reichen eine Petition ein. Sie beklagen die massiven Behinderungen durch die badische Obrigkeit bei der Wahl des liberalen Kandidaten von Itzstein. Erst durch die Diskussion der gewählten Abgeordneten in der Zweiten Kammer kommen die Manipulationen in Schwetzungen ans Licht der Öffentlichkeit. Die Annahme einer Beschwerde Hörners zum Wahlprotokoll des Wahlbezirks 31 wurde zuvor verweigert. Der Mannheimer liberale Abgeordnete Bassermann berichtet von Drohungen über wirtschaftliche Einbußen bis hin zur Bestechung. "Ein Schrei des Entsetzens ließ sich hören, über die Schwetzinger Vorgänge." Die Regierung (als Synonym wählt von Fallersleben "der Amtmann") handele unsittlich.

Von Fallersleben nimmt die Schwetzinger Vorgänge zum Anlaß, um 1844 seinen " Bürgermeister von Seckenheim" zu verfassen.

 Orginaltext aus Zwölf Zeitlieder von Hoffmann von Fallersleben ( Braunschweig 1848 )

Bgm. von Seckenheim1

 

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